Grundbedingung des Lichtbildes ist, dass Licht mit unterschiedlicher Intensität auf eine lichtempfindliche Fläche trifft und dort unterschiedlich starke Veränderungen auslöst, welche dauerhaft gespeichert werden können. Auf das linke Bild ist vor der Entwicklung kein Licht gefallen, und es stellt sich deshalb die Frage ob es überhaupt eine Fotografie ist? Das rechte Bild wurde sehr stark und das mittlere weniger intensiv belichtet. Nach dem Entwicklungsprozess ist das linke Bild weiß geblieben, das rechte ist Schwarz geworden und das mittlere weist einen mittleren etwa 18% remittierenden Grauwert auf. Dieser Grauwert ist die Referenz für den Belichtungsmesser. Die Grundsteine der Schwarzweißfotografie, das Weiß, das Schwarz und die Grauwerte dazwischen, werden gezeigt.

Vergrößerer: Durst M670 BW mit EL-NIKKOR 50mm F2.8
Die drei Lichtbilder zeigen einen Ausschnitt der Aufschrift einer Filmverpackung „SCHWARZWEISS-FILM“ in unterschiedlichen Sprachen. Das linke Bild wurde mit einem niedrig empfindlichen Film (ILFORD PAN F+) das mittlere mit einem Film mittlerer Empfindlichkeit (ILFORD HP5+) und das rechte mit einem hoch empfindlichen Film (ILFORD Delta 3200) aufgenommen. Je höher die Empfindlichkeit desto stärker ist das Filmkorn zu sehen. Nach der Belichtung des Fotopapiers wurde dieses mit Fixiererflüssigkeit betröpfelt und im Standartprozess entwickelt. Da an den Stellen, die vorher bereits fixiert wurden, keine Entwicklung stattfindet, bleiben diese weiß. Obwohl das abgebildete Motiv auf allen drei Bildern das selbe ist, unterscheiden sich die resultierenden Bilder voneinander. Dadurch wird verdeutlicht, dass neben dem Schwarz, dem Weiß und den Grauwerten weitere Einflussfaktoren, wie beispielsweise das Filmmaterial oder der Entwicklungsprozess, das Bildergebnis in der Schwarzweißfotografie beeinflussen.

Kamera: Minolta Dynax 7 mit Minolta AF 24mm F2.8 (Retrostellung)
Filmmaterial: ILFORD PAN F+, ILFORD HP5+ und ILFORD Delta 3200
Vergrößerer: Durst M670 BW mit EL-NIKKOR 50mm F2.8
Beim einlegen in die Kamera fällt Licht auf den vorderen Teil des Films, wodurch dieser belichtet wird. Die Bilder zeigen den dabei entstandenen Übergang vom belichteten zum unbelichteten Teil des Films. Das linke Bild ist eine analoge Vergrößerung dieses Übergangs von einem Schwarzweißnegativ. Die beiden anderen Bilder sind Ausbelichtungen von digitalisierten Vorlagen. In der Mitte ist ein Schwarzweißdia zu sehen und rechts ein Farbnegativ. Da sich ein solcher Übergang bei jedem Film ergibt ist es vermutlich das häufigste analoge Lichtbild.

Kamera: Minolta Dynax 7
Filmmaterial: ILFORD HP5+, ADOX SCALA 50 und CINESTILL Xpro 800 T
Vergrößerer: Durst M670 BW mit EL-NIKKOR 50mm F2.8
Digitalisierer: Sony Alpha 7 III mit Minolta AF 50mm F2.8 Macro
Bildbearbeitungsprogramme: Photoshop mit Camera Raw und FlexColor
Digitalbelichter: ZBE Chromira 5×50
Beim Fotografieren entsteht zunächst ein Negativ welches dann in der Dunkelkammer durch das Belichten des Fotopapiers und dem anschließenden Entwicklungsprozess zu einem fertigen Lichtbild wird. Das linke Bild zeigt den Übergang des unbelichteten zum belichteten Teil des Films welcher beim Einlegen in die Kamera am Anfang des Films entsteht. In der Mitte ist das Abbild eines Haselnussblattes zu sehen. Die ersten beiden Bilder sind als Negativ abgebildet. Die Vergrößerung auf der rechten Seite ist eine analoge Fotomontage die beide Fotografien in positiver Form miteinander kombiniert. Erst durch den Wandlungsprozess im Fotolabor mit seinen vielseitigen Möglichkeiten, entsteht das fertige Lichtbild.

Kamera: Minolta Dynax 7 mit Minolta AF 50mm F2.8 Macro
Filmmaterial: ADOX SCALA 160, ILFORD FP4+und ILFORD PAN F+
Vergrößerer: Durst M670 BW mit EL-NIKKOR 50mm F2.8
Digitale Lichtbilder könnten ohne die Kontakte zur Übermittlung der Daten erst gar nicht entstehen. Deshalb sind diese integraler Bestandteil der Bildentstehung. Das linke Bild zeigt den Kontakt welcher sich am Objektiv befindet. In der Mitte ist der kameraseitige Kontakt zu sehen. Rechts ist der Kontakt der Speicherkarte, auf dem die Fotografie gespeichert ist zu sehen. Diese Bilddaten werden auf Acrylglas gedruckt, anschließend auf das sensibilisierte Papier gelegt und zusammen mit Hilfe des Sonnenlichts belichtet, wodurch die Eisenblaudrucke entstehen. Das Digitale und das Analoge verweben sich miteinander.

Kamera: Sony Alpha 7 III mit Minolta AF 24mm F2.8 (Retrostellung)
Rot, Grün und Blau sind die Grundfarben auf denen die digitale Fotografie basiert. Die lichtempfindlichen Pixel eines Fotosensors können nur Helligkeitswerte (Schwarz, Graustufen und Weiß) erfassen. Um Farbinformationen zu erhalten, wird vor jedem Pixel ein winziger Farbfilter in einer der drei Grundfarben Rot, Grün oder Blau aufgebracht. Diese Farbfilter sind in Form der so genannten Bayer-Matrix, ähnlich einem Schachbrett angeordnet, welches zu 50 % aus Grün und je 25 % aus Rot und Blau besteht. Diese Matrix wurde auf einem Computerbildschirm ausgegeben und mit einer Digitalkamera in Nahaufnahme abfotografiert, wodurch die Subpixel des Monitors sichtbar werden. Die Graustufenbilder der einzelnen Farbkanäle wurden auf Fotopapier ausbelichtet. Diese Lichtbilder sind mit der analogen Kamera auf Kleinbildfilm reproduziert worden. Aus diesen Negativen entstanden die Vergrößerungen. Das Triptychon geht den Weg vom Digitalen zum Analogen. Bei jedem Arbeitsschritt schleichen sich „Fehler“ ein, die bei genauem Betrachten sichtbar werden und so die Komplexität der Welt aufzeigen.

Digitalkamera: Sony Alpha 99 mit Minolta AF 50mm F2.8 Macro
Analogkamera: Minolta Dynax 7 mit Minolta AF 35mm F2
Filmmaterial: ILFORD Delta 100
Vergrößerer: Durst M670 BW mit EL-NIKKOR 50mm F2.8
Das linke Lichtbild wurde mit einem orthochromatischen Film aufgenommen, der keine Empfindlichkeit für den roten Anteil des sichtbaren Lichts besitzt. Aus diesem Grund erscheint die eigentlich rot und schwarz gemusterte Feuerwanze auf der Vergrößerung schwarz. Das mittlere Bild ist mit einem panchromatischen Film entstanden. Dieser ist auf das gesamte Spektrum des sichtbaren Licht sensibilisiert. Die roten Bereiche der Wanze werden heller dargestellt und das Muster ist zu erkennen. Die rechte Fotografie ist aus dem selben Negativ wie das mittlere Bild entstanden, allerdings in digitalisierter Form. Mit Hilfe digitaler Bildbearbeitung wurde der schwarzweißen Vorlage Farbe hinzugefügt. Das Triptychon verdeutlicht die Rolle der Farbe in der Schwarzweißfotografie.

Kamera: Minolta Dynax 7 mit Minolta AF 50mm F2.8 Macro
Filmmaterial: ILFORD ORTHO+ und ILFORD PAN F+
Vergrößerer: Durst M670 BW mit EL-NIKKOR 50mm F2.8
Digitalisierer: Sony Alpha 7 III mit Minolta AF 50mm F2.8 Macro
Bildbearbeitungsprogramme: Photoshop mit Camera Raw und FlexColor
Digitalbelichter: ZBE Chromira 5×50
Auf dem rechten Bild sind die punktförmigen Lichtquellen der Straßenlaterne zu Blendensternen geworden. Dabei handelt es sich um einen Abbildungsfehler, welcher durch die Beugungsunschärfe und eine polygonförmige Lamellenblende entsteht. Beim mittlere Lichtbild befinden sich die Lichtquellen im Unschärfebereich, des leicht abgeblendeten Objektivs, wodurch die polygone Form der Blende sichtbar wird. Links ist das Motiv scharf gestellt und die Blende ganz geöffnet, so ist die tatsächliche Form sichtbar. Es wird deutlich wie ein Abbildungsfehler die Bildwirkung beeinflusst.

Kamera: Minolta Dynax 7 mit Minolta AF 70-210mm F4
Filmmaterial: ILFORD FP4+
Vergrößerer: Durst M670 BW mit EL-NIKKOR 50mm F2.8
Die drei Bilder zeigen den Übergang vom Wohnheim zu den Lehrgebäuden der HfG Ulm. Das linke Lichtbild wurde mit einem Weitwinkelobjektiv aufgenommen, das mittlere mit einem Normalobjektiv und dsa rechte mit einem Teleobjektiv. Da Weitwinkelobjektive den Raum optisch strecken und Teleobjektive den Raum optisch stauchen entstehen die unterschiedlichen Bildwirkungen. Bei der Bildgestaltung ist zu beachten, das der Aufnahmeabstand durch die optische Verzerrung angepasst werden muss, um in etwa den selben Bildausschnitt zu erhalten. Dabei ist das Motiv beim linken Bild am nächsten und beim rechten am weitesten entfernt. Zudem wirkten die Fotografien, auf den ersten Blick als seien sie in der Nacht entstanden. Tatsächlich sind sie bei Tageslicht mit einem Schwarzweißdiafilm entstanden und durch die Vergrößerung auf Negativpapier invertiert worden. Es wird die Frage aufgeworfen, ob das Lichtbildnerische überhaupt in der Lage ist ein objektives Abbild der Wirklichkeit zu erschaffen?

Kamera: Minolta Dynax 7 mit Minolta AF 24mm F2.8, Minolta AF 35-70mm F4 bei 43mm und Minolta AF 70-210mm F4 bei 75mm
Filmmaterial: ADOX SCALA 50
Vergrößerer: Durst M670 BW mit EL-NIKKOR 50mm F2.8
Das möchte ich zeigen! Das ist die jedem Lichtbild innewohnende Intention. Da die rezipierende Person bei der Bilderstellung meist nicht zugegen war bleibt nur der subjektive „Fingerzeig“ des fotografierenden. Deshalb ist es nur logisch, dass der auslösende Finger bei den meisten Fotoapparaten der Zeigefinger ist. Dabei ist allerdings zu beachten dass die visuellen Einflussmöglichkeiten weit größer als bei einem einfachen Fingerzeig sind. Das verdeutlichen die Fotografien des Triptychon. Das mittlere Bild weist seitliche Lichtquellen auf . Es wurde mit einem Schwarzweißdiafilm und mit einem 35mm Objektiv aufgenommen, was zu einer leichten perspektivischen Verzerrung führt. Die anderen beiden sind mit einem 50mm Objektiv im Gegenlicht erstellt worden. Dabei wurde bei dem linken Bild ein Tageslichtfilm und rechts ein Kunstlichtfilm verwendet, was zu einer Farbverschiebung ins Bläuliche führt. Rechts ist durch eine Mehrfachbelichtung noch eine zeitliche Abfolge im Bild festgehalten.

Kamera: Minolta Dynax 7 mit Minolta AF 35mm F2 und Minolta AF 50mm F2.8 Macro
Filmmaterial: KODAK Portra 800, ADOX SCALA 50 und CINESTILL Xpro 800 T
Digitalisierer: Sony Alpha 7 III mit Minolta AF 50mm F2.8 Macro
Bildbearbeitungsprogramme: Photoshop mit Camera Raw und FlexColor
Digitalbelichter: ZBE Chromira 5×50
Das linke Bild ist eine analoge Vergrößerung von einem auf Kleinbildfilm aufgenommenen digitalen Code. Dieser QR-Code beinhaltet den Text „Analog?“. Rechts ist ein Abzug zu sehen der mittels Digitalbelichter aus einer digitalen Fotografie entstanden ist. Wobei der Inhalt des QR-Codes „Digital?“ ist. Das mittlere Lichtbild stammt von einem digitalisierten Schwarzweißdia ab und wurde ebenfalls mittels Digitalbelichter erstellt. Hier ist der Inhalt des Codes „Digilog!“. Die Arbeit hinterfragt das Verhältnis von „analoger“ und ”digitaler“ Fotografie. Sollte stattdessen nicht eher von einer „digilogen“ Fotografie gesprochen werden?

Analogkamera: Minolta Dynax 7 mit Minolta AF 35mm F2
Digitalkamera: Sony Alpha 99 mit Minolta AF 35mm F2
Filmmaterial: ADOX SCALA 160
Vergrößerer: Durst M670 BW mit EL-NIKKOR 50mm F2.8
Digitalisierer: Sony Alpha 7 III mit Minolta AF 50mm F2.8 Macro
Bildbearbeitungsprogramme: Photoshop mit Camera Raw und FlexColor
Digitalbelichter: ZBE Chromira 5×50
Das linke Bild ist eine analoge lichtbildnerische Abbildung eines in einem 3D-Grafikprogramms erstellten und 3d-gedruckten Würfels. Das rechte Bild zeigt ebenfalls den Würfel, allerdings als computergeneriertes Bild. Dabei wurde im 3d-Grafikprogramm der Lichtaufbau, welcher für die Lichtbildaufnahme aufgebaut wurde, nachgebaut. Im Programm werden die lichtbildnerischen Begrifflichkeiten, wie beispielsweise Flächenlicht, Brennweite..., verwendet. Das mittlere Bild nutzt dasselbe Negativ wie die analoge Vergrößerung, allerdings in digitalisierter Form. Es wurde mittels digitaler Bildbearbeitung abgewandelt und steht somit auf halben Weg zwischen dem analogen und dem computergeneriertem Bild. Obwohl auf allen drei Bildern das gleiche Motiv abgebildet ist, unterscheiden sich die Bildergebnisse stark.

3D-Grafiksoftware: Cinema 4D
3D-Drucker: Formlabs Form 2
Kamera: Minolta Dynax 7 mit Minolta AF 24mm F2.8 (Retrostellung)
Filmmaterial: ILFORD Delta 3200
Vergrößerer: Durst M670 BW mit EL-NIKKOR 50mm F2.8
Digitalisierer: Sony Alpha 7 III mit Minolta AF 50mm F2.8 Macro
Bildbearbeitungsprogramme: Photoshop mit Camera Raw und FlexColor
Digitalbelichter: ZBE Chromira 5×50
Auf der Webseite leider nicht gut darzustellen sind die verwendeten unterschiedlichen Bildträger der fotochemisch entwickelten Abzüge. Dabei hat jeder Prozess seine eigene Papiersorte. Für schwarzweiß Handabzüge ist Fomabrom Variant 111 (Baryt) verwendet worden. Bei Abzügen von digitalem Ausgangsmaterial ist Fuji Crystal Archive DP II Velvet zum Einsatz gekommen. Eisenblaudrucke (Cyanotypien) sind auf boesner Aquarelle 300 erstellt worden. Belichtungen vom digitalisierten Dia sind auf Fuji Crystal Archive DP II Flex hergestellt, da es den gleichen hochglänzenden Polyesterträger wie einst Cibachrome (Verfahren um Positivbilder von Dias zu erstellen) hat. Abzüge vom digitalisierten Farbnegativ sind auf Fuji Crystal Archive DP II Matt zu finden.
Die einzelnen Lichtbilder haben eine Größe 40 × 60 cm, was einem Seitenverhältnis von 2:3 entspricht. Das Kleinbild hat eine Größe von 24 × 36 mm was ebenfalls einem Seitenverhältnis von 2:3 entspricht, die Bilder sind also nicht beschnitten.
12 Triptychen haben eine Gesamtbildanzahl von 36. Auch der Kleinbildfilm hat in der Regel eine Aufnahmekapazität von 36 Bildern.
Die Farbe der Rahmen entspricht einem 18% remittierenden Grau, dem Grauwert welcher die Referenz für den Belichtungsmesser ist.
Von-Richthofen-Str. 1
89312 Günzburg